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Hochzeit
Klare Fronten... Der Hochzeiter trägt nach alter Tradition seine junge Braut brav über
die Schwelle des neuen Hauses. Er bleibt gleich darauf im Hausflur stehen und
sagt mit ernster Miene: "Do drin is as Schuahputzzeig, des ghört ab sofort dir.
Und mit dem werd g'arbat vo in da Fruah bis spät - ob i do bin oder ned!" Er
führt sie in die Küche, die Braut traut ihren Augen kaum. Eine nigelnagelneue
Einbauküche mit allem Drum und Dran blitzt ihr entgegen. Bevor sie etwas sagen
kann, belehrt sie ihr Gatte: "Und do herin werd g'arbat, vo in da Fruah bis spät
- ob i do bin oder ned!" Gleich daneben ist noch ein Raum, die Braut geht ohne
zu fragen schnurstracks durch die Tür. Sie sieht ein wunderschönes Himmelbett
mit Spitzenbaldachin. Sie packt ihren Bräutigam fest am Arm, schaut ihm tief in
die Augen und ruft wild entschlossen: "Und do herin werd g'arbat, vo in da Fruah
bis spät! Und do herin werd g'arbat, ob du do bist oder ned!" 18.01.09 Bärbel Abraham -
Wolfratshausen
Kein Schaden ohne
Nutzen... "Und, wia geht's da denn, oider Spezi, iatz wo's d' frisch
vaheirat' bist?" fragt der Haberl Franz seinen Freund. "Na ja, so bsonders grad
ned", meint der äußerst zurückhaltend. "Woaßt, liab is's ja scho, de Mei, aber
sie ko ned kocha. Aber des hod aar an Vorteil: i brauch ned
abspuin!" 06.03.08 Astrid Pöschl -
Osterhofen
Vorfreude... Die Resi und
der Sebastian haben letzte Woche geheiratet und sitzen frisch verliebt in ihrem
nagelneuen Haus auf der Ofenbank vor dem Kachelofen. "Mei, stöi da nur vor,
Schatzl", flüstert sie ihm glückselig ins Ohrwaschl, "nimmer lang, nachad samma
zu dritt!" "I glaab's ja ned!" ruft der Sebastian und macht einen Luftsprung.
"Wann is's denn so weit?" "Morgn vormittag um
öife", druckst sie kleinlaut heraus, "konnst mei Mamm vom Bahnhof abhoin!"
06.03.08 Astrid Pöschl -
Osterhofen
Wortkarg... Der Sepp ist bekannt dafür, dass er nicht besonders gern und
viel redet. Für was auch? Sogar bei seiner Hochzeit hat er sich auf das Nötigste
beschränkt. Mehr als drei Wörter sind ihm nicht eingefallen. Bei der Trauung hat
er "Ja" g'sagt, bei der Hochzeitsfeier "Prost". Als die Hochzeitsgäste weg
waren: "Jetza!"
Verunsichert... "Lass mi in Ruah, Joseph, I bin sehr verstimmt!" "Ja, wos
iatz, hob i a Frau oder a Klavier gheirat?"
Gutes Gedächtnis... "Host iatz du tatsächlich nix anders im Kopf
ois dein blädn Fuaßboi?" mosert die Hanni ihren Schorsch an, "ois and're
vergisst. Du woaßt doch ned amoi mehr, wann mir g'heirat hab'n!" "Täusch di fei
ned, Schneckerl", säuselt der Schorsch. "Des war an dem Sonntag, wo ma 3:1 geg'n
d'Holländer g'wonna hab'n!"
Resignation... Der Sepp und die Fanny gehen schon elf Jahre miteinander.
Eines Tages fragt sie ihn: "Moanst ned, Sepperl, dass ma amoi heirat'n sollt'n?"
Brummt der Sepp: "Moanst, daß uns no' oaner wui?"
Aller Anfang ist schwer... Die Paula und der Sepp haben eine rauschende
Hochzeitsfeier in einem stinkfeinen Hotel erlebt. Nach der Zeremonie wanken sie
müde und erschöpft zu ihrem Hotelzimmer. Nervös fuchtelt der Sepp mit dem
Schlüssel umeinander und versucht, ihn ins Schlüsselloch zu kriegen. Nach fünf
Minuten vergeblichen Wartens verdreht Paula die Augen und stöhnt: "Des fangt ja
guat o..."
Dumm gelaufen... In der Hochzeitsnacht hat der Franz nicht die
geringste Lust, obwohl ihn seine gerade angetraute Kathi massiv bedrängt.
Schließlich gibt sie auf, als er sie auf die nächste Nacht vertröstet. Aber
leider müht sie sich auch am nächsten und übernächsten Tag vergebens, ihren
Ehemann "rumzukriegen". Am dritten Tag wird es ihr zu dumm und sie schimpft:
"Wennst iatz ned auf der Stell' mit mir ins Bett steigst, geh' I owi auf
d'Strass und suach ma an andern Mo!" Drauf sagt der Franz ganz erfreut: "Nacha
bringst ma bittschön aa oan mit!"
Wörtlich genommen... In der Hochzeitsnacht bittet die Lisa ganz
verträumt ihren Alisi: "Schatzi, sag mir was Süßes." Drauf er kurz und bündig:
"Schok'lad."
Offen und ehrlich... "Du Hansi, I hob dir versprocha, daß I oiwei
ehrlich zu dir bin", meint die Elisabeth in der Hochzeitsnacht verlegen zu ihrem
frisch Angetrauten. "Drum muaß I dir iatz was beichten. I hob vor unserer
Hochzeit aa scho' mit andere Männer g'schlaffa." "Des macht doch nix, Herzi",
meint er ganz verständnisvoll, "I aa!"
Enttäuschung... "Schatzi, kochst uns an Kaffee?" fragt er sie
nach der Hochzeitsnacht. "Oder konnst des ebba aa ned?"
Pfiffig... "Daß di' glei' auskennst, bei mir geht ois nach Pfiff!" sagt der
junge Feuerwehrkommandant in der Hochzeitsnacht zu seiner frisch Angetrauten.
"Beim erscht'n Pfiff ziahgst di' aus, beim zwoat'n legst di' hi', und beim
dritten Pfiff geht's los! Host mi?" Gesagt, getan. Auf einmal pfeift seine Frau
ein viertes Mal. "Wos soi (soll) iatz des?" fragt er sie verwundert? "Mehr
Schlauch bittschön!!!"
Innige Vertrautheit... Die Hubers feiern ihre Silberhochzeit ganz groß
in einem Sternerestaurant. Ein Gast fragt Frau Huber: "Wia konn ma's denn so
lang mit'nand aushoit'n?" "Mei, mia verstangan uns blind", gerät sie ins
Schwärmen. "Mir nehma sogar de gleichen Handtüacher her. Auf dem oana steht a
'A' für 'Antlitz' und dem andern a 'G' für Gesäß." "Ha?" unterbricht der Ehemann
verwundert die Unterhaltung. "Und I Depp hob oiwei g'moant, des hoaßt Arsch und
G'sicht!"
Geständnis... "Schatzl, du-uu, I woaß ned, du, paß amoi auf, I muaß dir iatz
wos beicht'n", druckst die junge Braut in der Hochzeitsnacht herum. "I bin, I
bin, ja, I bin a Nymphomanin!" "Ach geh, Mausi", beruhigt er sie, "I paß scho'
auf, daß'd koane Häuser o'zündtst!"
Stürmisch... Die Resi und die Paula sind seit ihrer Kindheit
unzertrennliche Freundinnen. Nun haben sie gerade geheiratet. Nach den
Flitterwochen treffen sie sich zum Kaffee und tauschen ihre Erlebnisse aus. "Sog
amoi, is da dei' (der Deinige) aa so stürmisch?" fragt die Resi neugierig.
"Naa", meint die Paula mit einer wegwerfenden Handbewegung, "bloß windig!"
16.11.2006 Konrad Bregler -
Dingolfing
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